Der Sachse und sein Kaffee – Praktikantin Carolin über den Umbau im Coffe Baum

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Das Museum Zum Arabischen Coffe Baum widmet sich seit 1999 der sächsischen Kaffeekultur. Da Kultur jedoch bekanntermaßen eine dynamische Sache ist, wurde es Zeit für eine Neugestaltung der Ausstellung. Anne Dietrich erarbeitete hierfür mit tatkräftiger Unterstützung von Dr. Maike Günther ein neues inhaltliches und gestalterisches Konzept, bei dem auch die jüngere Geschichte des Kaffees eine Rolle spielen sollte.

Bei der Umsetzung durfte dann auch ich mit Hand anlegen. Mein Name ist Carolin Zietzling, ich studiere Museologie an der HTWK in Leipzig und absolviere mein praktisches Semester im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Vor dem Studium habe ich eine Lehre zum Steinmetz absolviert, das heißt, ich bin ein eher praktisch veranlagter Mensch.

Obwohl im Mittelpunkt meiner Arbeit die Dokumentation steht, bekam und bekomme ich hier auch die Möglichkeit, meiner Veranlagung nachzukommen und mit anzupacken. Schon bei der DUCKOMENTA und nun auch beim Coffe Baum konnte ich so Einblicke in den betriebsamen und manchmal auch etwas chaotischen Alltag der Gestaltungsarbeit gewinnen.

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Wenn der letzte Umzug schon eine Weile zurück liegt, werden bei so einem Umbau Erinnerungen wach. Viele Kartons, viel Einwickelpapier, Treppen rauf und Treppen runter. Ist dann aber erst einmal alles leer, kommt das große Scheibenputzen. Die Schilder und Bilder müssen abgenommen, die Löcher verputzt und überstrichen werden. Neue Lampen und Strahler werden installiert, Vitrinen verschoben oder ganz raus genommen. Nachdem endlich die neuen Folien wie gewünscht an den Vitrinenwänden kleben, können die hier sogenannten „Schniepel“, auf denen die Vitrinenböden aufliegen, auf die richtige Höhe gebracht werden. Bei dieser Arbeit, ähnlich wie beim Bilder neu hängen, wurden die Tücken, die so ein altes Gebäude hat, sichtbar. Je genauer mit Wasserwaage und Zollstock gearbeitet wird, umso schiefer sieht es am Ende aus. Schräge Wände, Böden und Decken sind hier nämlich die Regel und nicht die Ausnahme.

Sind die Böden aber erst einmal in den Vitrinen, kann es mit dem Arrangieren der Objekte losgehen. Dank der guten Vorarbeit von Anne Dietrich, die zu jeder Vitrine einen Plan angelegt hatte, ging das dann doch schneller als ich gedacht hätte. Das bedeutet nicht, dass es nicht trotzdem seine Zeit braucht, müssen die zum Teil zerbrechlichen Objekte mit Umsicht und ruhiger Hand platziert werden. Zwischendurch natürlich immer wieder putzen, putzen, putzen. Auf Glas sieht man halt jeden Finger, auch wenn mit Handschuhen gearbeitet wird.

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So reibungslos sich der Ablauf hier anhört, geht er jedoch nicht vonstatten. Unerwartete Verschiebungen von Terminen oder Materiallieferungen bereiten Kopfzerbrechen bis hin zu schlaflosen Nächten bei den beiden Kuratorinnen. Der Eröffnungstermin steht und bis dahin muss es einfach fertig werden. Am Ende wurde es fertig UND es wurde gut.

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Dass dies gelang, führe ich persönlich auf die gute Teamarbeit zurück. Es wurde Hand in Hand gearbeitet, dabei der Spaß und das gegenseitige Aufbauen und Aufmuntern nicht vergessen. Wenn es sein musste, wurde auch mal länger gearbeitet, um das Tagesziel zu erreichen. Über das kollegiale Miteinander habe ich mich besonders gefreut und es genossen. Vor allem diese Momente werde ich gern in Erinnerung behalten, genauso wie das Vertrauen, welches mir entgegengebracht wurde.